Fallpauschalen-System – Änderungen per 01.01.2012

Bis Ende 2011 waren die Kosten für eine Operation in der Regel davon abhängig, wie lange Patienten im Spital blieben und welche Menge an Leistungen sie bezogen.
Dieses System wurde mit der Einführung des Fallpauschalen-Systems Anfang 2012 für die ganze Schweiz per Gesetz geändert. Seit Januar 2012 kostet beispielsweise eine Blinddarm-Operation in allen Spitälern der Schweiz gleich viel. Egal, wie lange der Spitalaufenthalt dauert, egal welcher Arzt operiert, egal welche Komplikationen während oder nach dem Eingriff entstehen, egal, wie viele Medikamente, Spritzen, Verbände usw. nötig sind. Im Fallpauschalen-System, auch „Diagnosis Related Groups“ (DRG) genannt, werden Patienten anhand medizinischer und demographischer Daten in Fallgruppen eingeteilt. Fallpauschalen beruhen auf Durchschnittskosten von Operationen. Mit diesem System sollen die Leistungen und die Qualität von Spitälern transparenter und vergleichbarer werden und damit der Leistungswettbewerb steigen.
Mehr Wettbewerb liegt ganz in der Zielsetzung der Medizintechnik-Branche. Wettbewerb fördert die Leistung und erhöht damit den Nutzen für den Patienten. Das neue Spitalfinanzierungssystem über Fallpauschalen kann politisch aber in seiner konkreten Umsetzung auch zum Nachteil der Patientinnen und Patienten missbraucht werden. Immer mehr Ärzte äussern Bedenken über mögliche negative Folgen.

 
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