Sie haben dank einem Implantat an Lebensqualität gewonnen? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte! Und lesen Sie die Geschichte anderer!

Implantate retten Leben

„Chris lebt wie ein normaler Bub – dank einer biologischen Herzklappe“

(Chris Eckert, 9 Jahre alt, hat einen angeborenen Herzfehler)

Chris ist ein Energiebündel: Velo fahren, klettern, auf dem Trampolin herumspringen, mittwochs ins Fussball-Training und jede freie Minute im Garten herumtollen, das ist sein Naturell. Ohne Medizintechnik würde sein Leben aber ganz anders aussehen: Der 9-jährige Bub ist mit einem Herzfehler auf die Welt gekommen: Die Segel der Herzklappe zwischen seiner linken Herzkammer und der Hauptschlagader waren verdickt und die Klappe damit viel zu eng, eine lebensbedrohliche Diagnose. Chris musste daher schon als Baby eine Ballonerweiterung, ein Verfahren zur Beseitigung von Engstellen an Herzklappen, über sich ergehen lassen. Später half nur noch ein grosser Eingriff: In einer vierstündigen Operation am geöffneten Brustkorb wurde Chris die kranke Herzklappe durch eine eigene Klappe ersetzt, und diese wiederum durch ein biologisches Implantat.

Kleinerer Eingriff dank Kathetertechnik

Doch weil das Herz mit einem Kind mitwächst, die neue fremde Klappe jedoch nicht, muss Patienten wie Chris alle paar Jahre eine neue, grössere Herzklappe eingesetzt werden. Zur belastenden Operation am geöffneten Brustkorb gibt es heute eine minimalinvasive Alternative, die bei Chris im August 2008 (März 2007 erstmals in der Schweiz, ebenfalls im Kinderspital Zürich) zum Einsatz kam: Die Kathetertechnik. Die neue biologische Herzklappe wird zusammen mit einem Trägermedium (Stent) quasi  „zusammengefaltet“ und mittels eines Ballonkatheters über die Leiste in die venöse Blutbahn eingeführt und im Herzen implantiert.

Chris konnte diesmal bereits nach vier Tagen wieder in die Schule. „Der Arzt hat uns erzählt, dass sich dieser Eingriff noch nicht für alle Patienten eignet. Umso glücklicher sind wir, dass Chris davon profitieren konnte und heute leben darf wie ein normales Kind“, freut sich seine Mutter Dominique.

Leben ohne Medikamente

Heute fühlt sich Chris total gesund. „Zuerst dachten wir, er sei jetzt ein Leben lang auf Medikamente angewiesen. Aber er verträgt das Implantat so gut, dass das nicht nötig ist. Wir können es fast nicht nachvollziehen, wie gut es ihm geht; er ist ein unglaublich aktiver Bub,“ schwärmt seine Mutter und ergänzt: „Vor neun Jahren wussten wir noch nicht, dass die Technik so rasch voranschreitet, dass Chris beim zweiten Eingriff nicht mehr der Brustkorb geöffnet werden muss, wenn er die zweite, grössere Herzklappe erhält. Eine riesige Erleichterung. Wir haben sogar gehört, dass eines Tages Herzklappen auf den Markt kommen werden, die mit den Patienten mitwachsen. Chris wird höchstwahrscheinlich noch nicht zu den Patienten gehören, die bereits von dieser Innovation profitieren können. Aber es ist toll, dass intensiv daran geforscht wird!“

„Ich kann wieder Sport treiben – dank meinem Herzschrittmacher“

(Willy Maurer, 51 Jahre alt, trägt einen Herzschrittmacher)

„Wenn ich mich nicht regelmässig bewege, werde ich ganz ‚chribbelig’. Ich brauche den Sport.“ Willy Maurer ist schlank, drahtig, arbeitet bei einem bekannten Unternehmen, das in der Verpackungstechnik tätig ist, als Schichtführer.

Er erinnert sich noch genau an den Tag vor vier Jahren: „Wir waren geschäftlich in Dortmund, um eine neue Maschine zu kaufen. Plötzlich wurde es mir schlecht und schwindlig. Ich wurde kreidebleich und schliesslich sogar bewusstlos. Irgendwie habe ich noch alles mitgekommen, was um mich herum ablief, aber ich konnte keine Antwort mehr geben, mich nicht mehr bewegen.“ Seine Arbeitskollegen reagierten sofort, fuhren ihn ins nächst gelegene Spital.

Nach einem Tag wieder zu Hause
Diagnose und Therapie waren schnell klar: Herzrhythmusstörungen, Willy Maurer brauchte einen Herzschrittmacher. „Als Sportler mit tiefem Ruhepuls habe ich natürlich besonders stark gespürt, wenn einige Herzschläge fehlen. Drei, vier Tage vor der Operation dachte ich schon, es ist alles wieder gut: Die Herzrhythmusstörungen waren plötzlich weg. Aber nach einer Woche ging es wieder los. Also habe ich den Eingriff machen lassen. Die OP ging ja mehr oder weniger ambulant; nach einem Tag konnte ich schon wieder nach Hause.“

Medikamente braucht Willy Maurer keine und sein Herzschrittmacher wird nur aktiv, wenn bei ihm Rhythmusstörungen auftauchen. Das Implantat ist programmiert auf sein sportliches Naturell: „Der Schrittmacher erkennt, dass ich einen tiefen Ruhepuls habe.

Weltrekord im Treppensteigen – mit Herzschrittmacher
In seiner Freizeit schwingt er sich wenn immer möglich aufs Velo: „Ich fahre pro Woche so um die 400 bis 450 km“, erzählt er. Besonders stolz ist Willy Maurer aber auf eine andere sportliche Höchstleistung: Den Weltrekord aus dem Jahr 2007 im Treppensteigen: „31'500 Höhenmeter in 24 Stunden. Zuvor war ich schon einmal Rekordhalter, wurde dann aber von einem Konkurrenten übertroffen. Nachdem ich einen Herzschrittmacher implantiert bekam, wollte ich mir den Weltrekord unbedingt nochmals holen. Ich wollte zeigen, dass es möglich ist, ganz normal zu leben oder eben sogar Spitzenleistungen zu erreichen mit einem Herzschrittmacher. Meine Ärzte haben mich dabei immer unterstützt. Nur in meinem privaten Umfeld wollten mir die Menschen anfangs beibringen, ich solle nun etwas kürzer treten. Mittlerweile verstehen sie, dass das zum Glück nicht nötig ist. Je mehr ich mich bewege, desto wohler fühle ich mich!“

 
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