Wer zahlt was?

Ergibt Ihre Diagnose, dass Sie ein Implantat benötigen, wird dieses grundsätzlich von Ihrer Krankenkasse bezahlt. Es gibt jedoch Einschränkungen. Zum Beispiel, wenn ein Implantat Zusatzfunktionen und Zusatznutzen aufweist, welche die Lebensqualität erhöhen, jedoch medizinisch gesehen nicht zwingend notwendig sind.

Sofern das Implantat nicht grundsätzlich in der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) mit einem "JA" oder mit "JA in Evaluation" aufgeführt ist, untersucht die Krankenkasse umso mehr jede Leistung nach den sog. WZW-Kriterien d.h. Wirtschaftlichkeit, Zweckmässigkeit und Wirksamkeit. Entspricht eine Leistung nicht diesen Kriterien, kann es sein, dass die Krankenkasse die Bezahlung verweigert.

Weiter werden von Spitälern direkt Verträge mit Krankenkassen abgeschlossen, so dass Unterschiede von Kanton zu Kanton und sogar von Spital zu Spital bestehen. 

Um sicher zu gehen, dass die Behandlung bezahlt wird, holt das Spital häufig vor dem Eintritt des Patienten eine Kostengutsprache bei der Krankenkasse ein.

Im konkreten Fall fällt die Entscheidung je nach Krankenkasse und Versicherungsgrad (Allgemein, Halbprivat, Privat) sehr unterschiedlich aus.

Wie sind Kosten und Nutzen von Medizinprodukten zu bewerten? Position des FASMED zu HTA (Health Technology Assessment) und WZW-Prüfverfahren in der Schweiz.

Sonderfall Zahnimplantate

Zahnimplantate müssen meistens vom Patienten selber bezahlt werden, da die Krankenversicherung in der Regel keine zahnärztlichen Behandlungen übernimmt.
Folgende Ausnahmen gibt es:

  • Bei bestimmten schweren Erkrankungen des Kausystems oder bestimmten schweren Allgemeinerkrankungen und deren Folgen gehören die dadurch bedingten zahnärztlichen Behandlungen zu den Pflichtleistungen der obligatorischen Krankenversicherung (Art. 31 KVG). In solchen Fällen kann unter Umständen auch ein Zahnimplantat von der Krankenversicherung vergütet werden.  
  • Wenn ein Unfall den Einsatz eines Zahnimplantats nötig macht übernimmt die Unfallversicherung nach Abklärung die Kosten für die Implantatbehandlung.
  • Falls eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen wurde.

Mehr Informationen: www.implantatstiftung.ch

 
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