Qualitätssicherung dank Registern

In der Schweiz werden in rund 150 Spitälern jedes Jahr über 21'000 künstliche Hüftgelenke und 18'000 künstliche Kniegelenke implantiert.

Um die hohe Qualität der Produkte und Operationen garantieren zu können, hat die Schweiz 2012 das Endoprothesenregister „SIRIS“ eingeführt. Schweizer Spitäler und Kliniken sind seither verpflichtet, implantierte Hüft- und Kniegelenke in dieser Datenbank zu erfassen. Bis Ende 2013 wurden bereits rund 34'000 Hüft- und Knieprothesen erfasst, was 95 % des geschätzten Datenvolumens entspricht. Die Aufbauphase des Registers wurde somit erfolgreich abgeschlossen.

SIRIS liefert wichtige Hinweise über die einzelnen Implantate nach deren Markteinführung; so wird unter anderem transparent, wie lange es geht, bis ein Implantat nach der Ersteinsetzung ausgewechselt werden muss. Die in SIRIS gesammelten Daten über Knie- und Hüftprothesen erlauben es den Medizinern und Medtech-Firmen, die Qualität der Prothesen stetig zu kontrollieren und zu verbessern. So ermöglichen die Langzeitdaten den Ärzten und Spitälern, die Ursachen eventueller Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Bestes Beispiel dafür ist Schweden. Seit der Einführung des ersten Endoprothesenregisters 1979 ist die Wahrscheinlichkeit für eine Wechseloperation um die Hälfte gesunken. SIRIS dient insofern als „Frühwarnsystem", dies nicht nur für Ärzte und Spitäler, Patienten und Krankenkassen, sondern auch für die Industrie.

Neben dem Endoprothesenregister gibt es weitere Register in der Schweiz. Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich unterhält seit 1997 das Herzinfarktregister AMIS Plus. Aus den rund 40‘000 registrierten Fällen generieren die Mediziner wichtige Hinweise zu Prognosen, Therapien und Kosten von Herzinfarkten. Ein neues nationales Register über kardiologische Operationen ist gemäss der Fachgesellschaft der Herzchirurgen geplant. In Zukunft sollen alle Eingriffe wie Bypass- und Herzklappenoperationen sowie Operationen an der Hauptschlagader im Register erfasst werden. Auch in der Ophthalmologie (Augenheilkunde) ist ein solches nationales Register für implantierte Linsen geplant. Zurzeit ist die Schweiz noch dem europäischen Register EUREQUO angeschlossen.

 

 
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