Was haben Implantate mit Politik zu tun?

Implantate leisten einen bedeutenden Beitrag zu einer qualitativ hochstehenden medizinischen Versorgung. Betrachtet man den Behandlungszyklus als Ganzes, können Implantate zur Senkung der Gesundheitskosten beitragen. Politiker stellen in Debatten rund ums Gesundheitssystem aber fast ausschliesslich die Kosten in den Vordergrund. Das gilt auch für den Einsatz von Implantaten bei Patienten. Die Implantate-Industrie fordert deshalb eine Neuausrichtung der gesundheitspolitischen Diskussion: Der Nutzen für die Patienten und die Gesellschaft soll im Zentrum stehen.

Den Behandlungszyklus als Ganzes betrachten

Behandlungsergebnisse und –kosten sollen über den ganzen Behandlungszyklus einer Krankheit gemessen werden. Reduziert eine teure Behandlung, auch mittels Einsatz von Implantaten, in einer bestimmten Behandlungsphase Kosten in einer späteren Phase, so ist sie über die gesamte Dauer der Behandlung gerechnet eine gute Investition.

Nutzen für Patienten und Volkswirtschaft aufzeigen

Implantate verhelfen jährlich Millionen von Menschen auf der ganzen Welt zu Mobilität, Schmerzfreiheit und mehr Lebensqualität und bewahren sie vor der Invalidität. Sie ermöglichen chronisch kranken oder verunfallten Menschen oftmals die Rückkehr in ein aktives Berufs-, Familien- und Sozialleben, was zur Entlastung der Sozialversicherungen beiträgt. Modernste Behandlungsmethoden, Materialien und Produkte verkürzen die Aufenthaltsdauer im Spital. Viele Patienten sind nach dem Eingriff rasch mobil. Sie können wieder für sich selber sorgen, ihre Arbeit aufnehmen oder auch die Betreuung ihrer Nächsten übernehmen. Ausserdem besteht für die Patienten dank hochwertigen Implantaten ein geringeres Risiko für Komplikationen und Reoperationen.

Parallelimporte von Implantaten

Medizinprodukte können ohne administrative Hemmnisse parallel importiert werden. Eine weitere Vereinfachung der rechtlichen Rahmenbedingungen, wie sie zurzeit vermehrt auf politischer Ebene gefordert werden, ginge jedoch zu Lasten der Patienten. Dies, weil gemäss den heute geltenden gesetzlichen Bestimmungen der Importeur und der Parallelimporteur als sogenannte „Inverkehrbringer“ die primäre Verantwortung für das eingeführte Produkt tragen. So müssen sie beispielsweise ein Meldesystem für unverwünschte Wirkungen und Vorkommnisse unterhalten und den Behörden auf Anfrage die Rechtkonformität der eingeführten Produkte belegen können. Solche bewährten Massnahmen zum Schutze des Patienten würden jedoch bei den geforderten Vereinfachungen der Parallelimporte abgebaut. Erleichterte Importvorschriften gingen folglich zu Lasten des Patientenschutzes und hätten auf lange Sicht keine kostensenkende Wirkung. Mehr zu Parallelimporten.

Zeitgerechter Zugang zu Innovationen ermöglichen

Patienten sollen Zugang zu dem für sie am besten geeigneten Implantat haben. Aufgrund der längeren Lebensdauer moderner, innovativer Implantate können diese heute auch schon bei jüngeren Patienten eingesetzt werden, falls es die Therapie erfordert. Der Zugang für Patienten zu innovativen Produkten und Behandlungsmethoden steigert deren Lebensqualität und kann insgesamt zur Senkung der Gesundheitskosten beitragen. Mehr

Wahlfreiheit für Patienten und behandelnde Ärzte erhalten

Dieser Grundsatz muss gelten ungeachtet der finanziellen Möglichkeiten, der Herkunft und des Alters der Patienten. Er darf aus ethischen Gründen nicht in Frage gestellt werden.

Neues Fallpauschalensystem seit Januar 2012

Im Januar 2012 hat die Schweiz das fallbezogene Spitalvergütungssystem (SwissDRG) für den stationären Bereich eingeführt. Neu wird die gesamte medizinische Leistung pro Behandlungsfall pauschal verrechnet. Spitäler werden unter Druck geraten, ihre Kosten pro Fall möglichst tief zu halten. Es besteht die Gefahr, dass sie in Zukunft Implantate vor allem aufgrund des Preises einkaufen und Patienten nicht mehr das für sie am besten geeignete Produkt erhalten. Insbesondere weil noch immer nicht vollumfänglich geklärt ist, wie unter dem neuen System bestehende aber auch neue Behandlungsarten vergütet werden.

Erfahrungen in Deutschland

Deutschland hat die fallbezogene Spitalvergütung bereits im Jahr 2003 eingeführt. Die Schweiz hat sich an dessen System orientieren und es mit gewissen Anpassungen übernommen. Mehr
Der FASMED (Medizintechnik-Verband der Schweiz) setzt sich dafür ein, dass der Patientennutzen auch mit dem neuen Spitalvergütungssystem im Zentrum steht. Zum Positionspapier

Medizintechnik und Politik

Zusätzlich zu Implantaten gibt es noch weitere Bereiche in der Medizintechnik, die von gesundheitspolitischen Themen betroffen sind. Eine Übersicht von aktuellen Politdossiers finden Sie hier.

 
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